Bodensee-Bier
Wo Hopfen angebaut wird, sind auch Brauereien nicht weit
Bodensee-Bier
bier
Aus Gerste wird Malz gewonnen, mit Hopfen gewürzt und mit Hefe und Wasser angesetzt. Das ist alles – mehr erlaubt das Deutsche Reinheitsgebot zur Bierbrauerei nicht.

Beim Maischen, so der Fachbegriff für das Ansetzen, löst sich durch die hohe Temperatur von 70°C die Malzstärke in Zucker. Dann folgt das Läutern. In großen Bottichen setzen sich ausgelaugte Schrotteile und Gerstenspelzen am Siebboden ab und filtern gleichzeitig die Bierwürze, die als klare Flüssigkeit abläuft. Was folgt ist der eigentliche Brauvorgang: Die Bierwürze wird in Braupfannen zum Kochen gebracht, mit Hopfen versetzt und bis zum gewünschten Stammwürzegehalt reduziert. Anschließend werden letzte Trübteilchen ausgefiltert und das Bier mit Hefe und dem zur Angärung notwendigen Sauerstoff zum gären gebracht. Sieben Tage später steht dem Genuss nichts mehr im Wege.

Nur welches ist das beste Bodensee-Bier? Um das herauszufinden hilft nur eine Tour durch die Brauereien und Biergärten rund um den Bodensee. Oberschwaben ist eines der Zentren der Bierbrauerei. Neben vielen kleinen hat hier die Schussenrieder Brauerei ihren Sitz. In deren Bierkrugmuseum gibt es so skurrile wie wertvolle Trinkgefässe aus alle Zeitepochen zu bestaunen.

Die Hopfenstadt Tettnang ist bekannt für den „besten Hopfen der Welt“. Wer es nicht glaubt, der macht die Probe aufs Exempel in einem der Brauereigasthöfe der Stadt oder wirft einen Blick ins so informative wie erlebnisreiche Hopfenmuseum: über 150 Jahre Geschichte des Tettnanger Hopfenanbaus, Geräte und Maschinen, lebensecht dargestellte Szenen aus Arbeiten und Leben im Hopfengarten werden greifbar.

Auch direkt am Bodensee wird Bier gebraut. In Konstanz braut Ruppaner seit 1795 direkt am See in einer heute hochmodernen Anlage. Ganz anders sind (beispielsweise) die winzigen Hausbrauereien des Frohsinn in Arbon oder im Gasthaus-Brauerei Max & Moritz in Kressbronn . Hier gebrautes Bier kommt nicht über den angeschlossenen Biergarten hinaus. Dafür lässt sich der Brauer auch mal gerne über die Schulter schauen.

Heimat der Europäischen Bierbrauerei „im industriellen Stil“ ist St. Gallen. Genauer gesagt das dort ansässige Kloster. Schon im Jahr 820 arbeiteten dort zeitweise bis zu 100 Mönche in drei Brauereien. 1779 wurde die Brauerei Schützengarten gegründet und produziert heute einen Ausstoß von 100.000 Hektolitern.

Das Kulturgetränk Bier erfreut sich auch in Vorarlberg größter Beliebtheit. Erlebnisführungen durch die Mohrenbrauerei in Dornbirn sind längst kein Geheimtipp mehr, sondern verbunden mit anschließendem Bierhock im nostalgischen Keller vielmehr zum kultigen Happening geworden.