Ein reiches Römisches Erbe, viel Mittelalter, bunte Flohmärkte und schwere LKW’s

‘Arbor Felix’ – glücklicher Baum, nannten die Römer ihren Stützpunkt Arbon am Ufer des Bodensees. Überreste der römischen Besiedlungszeit findet man im sehenswerten Historischen Museum im Schloss, das auf den Grundmauern des einstigen Römerkastells steht.Überragt wird die hübsche Altstadt mit ihren Fachwerkhäusern vom siebenstöckigen Schlossturm und dem massigen Turm der Kirche St. Martin. Die Tausendjährige, ganz unscheinbar wirkende Galluskapelle beherbergt einen Fußabdruck des irischen Mönchs Gallus, der hier gewirkt hat bevor er den Grundstein für das spätere St. Gallen legte.Die drittgrößte Thurgauer Stadt liegt auf einer in den See vorspringenden Halbinsel zwischen Rorschach und Romanshorn. Weitläufige Kaianlagen und Parks am geschäftigen Yachthafen laden zu Spaziergängen ein, während die verwinkelten Gassen rund um den Fischmarktplatz in der Altstadt Mittelalter pur bieten. Die traditionell von April bis Oktober hier monatlich stattfindenden Flohmärkte ziehen seit Jahrhunderten Besucher und Händler aus Nah und Fern an.

Ganz anders präsentieren sich die Stadtquartiere um die Altstadt. Arbeiterhäuser der Stickereiindustrie Heine und Fabrikbauten aus Jugendstil- und Romantikzeiten zeigen den industriellen Aufschwung der Stadt im 19. Jahrhundert. Sehr modern gibt sich Arbon mit dem Hotel Metropol, direkt am Seeufer, das in der Art eines Kreuzfahrtschiffs gebaut ist und dem Saurer-Hochhaus, das vom Architekten Le Corbusier entworfen wurde.

Von 1903 bis 1987 war Arbon die Schweizer LKW-Stadt. Hier wurden die berühmten Saurer-Nutzfahrzeuge hergestellt, die unter anderem noch heute von der Schweizer Armee genutzt werden. Auch die schönen alten gelben Postbusse sind oftmals Saurer-Busse. Die heutige Saurer AG ist mit einem Umsatz von 1,5 Milliarden Euro und rund 9000 Angestellten einer der größten Textilmaschinenhersteller der Welt und so praktisch wieder zu den Anfängen der Firma zurück gekehrt. Im Saurer-Oldtimer-Museum können die Ungetüme besichtigt werden.