Inselstadt und Treffpunkt der Nobelpreisträger

882 erstmals erwähnt, ist die Lindau mit 0,68 km² die größte Insel im Obersee und eine der bekanntesten, wenn nicht die bekannteste Stadt am Bodensee. Die Wahrzeichen der Inselstadt sind der links der Hafeneinfahrt postierte Statue des Bayerischen Löwen und der gegenüber stehende Leuchtturm. Von seiner Plattform in der luftigen Höhe von 33 Metern bietet sich ein großartiger Blick auf das bunte Treiben im und um den Seehafen und bis weit über die Dächer der Altstadt zur einen und den Bodensee und die Alpen zur anderen Seite. Besonders die Alpensicht bietet von hier eine ganz neue Perspektive, denn erstmals sieht man in das breite, von hohen Bergen flankierte Rheintal bis weit in die Alpen hinein.

Weitere Pflichtbesuche in Lindau gebühren dem Alten Rathaus, mit besonders prächtigen Wandmalereien auf der abgewandeten Seite zur Maximilianstrasse. Durch diese wichtigste Achse der seit 1976 unter Denkmalschutz stehenden Altstadt und in die Cramergasse führt ein netter Bummel durch die Fußgängerzone zum Markplatz und Kirchplatz. Dort stehen neben dem mit massiv-plastischer Fassadenmalerei verziertem Haus ‚zum Cavazzen’ die Doppelkirchen St. Stephan und St. Maria. Bei letzterer, der heutigen katholischen Stiftskirche, ging während der Bauphase nicht alles mit rechten Dingen zu. Ein unbekannter Jüngling half mit übernatürlichen Kräften beim Bau der Kirche. Wie in vielen Sagen wurden die Bedingungen seiner aufopfernden Hilfe gebrochen, just als der Bau vor seiner Vollendung stand. 1728 war die Sage wieder in aller Munde, als die Kirche samt Stiftsgebäuden in Brand geriet, wie auch 1922. Jüngste Entwicklung der unheimlichen Geschichte war der Einsturz des Dachgewölbes vor rund 20 Jahren.

Als umstritten gilt die Datierung der sogenannten Heidenmauer, einer kolossalen, blockförmigen Befestigungsmauer gegen das Festland. Die ursprüngliche Annahme sie der Römerzeit und damit den heidnischen Romanen, Italikern oder Langobarden zuzuordnen ist durch in jüngerer Zeit zu Tage geförderten Hinweise, die auf mittelalterliche Ursprünge hindeuten, widerlegt worden.

Wieder in Richtung Hafen und Bahnhof steht am Schrannenplatz die Kirche St. Peter, deren Innenräume die einzigen noch erhaltenen Fresken von Hans Holbein erhalten. Wieder zurück am Hafen lohnt noch ein Besuch des Mangturms, dem ehemaligen Leuchtturm aus dem 13. Jahrhundert.