Wilde Tobel, aussichtsreiche Felskanzeln und die mystischen Churfirsten

Zwischen Ludwigshafen und Überlingen bildet der massige Bergstock des Sipplinger Berges das Pendant zum südlich des fjordartigen Überlinger Sees aufragenden Bodanrück.

Anders als am gegenüberliegenden Ufer, ist hier zwischen Bergfuß und Seeufer noch Platz für die alte Bundesstraße, die Gleise der Bodenseegürtelbahn und den Ort Sipplingen.

Sipplingen ist der zentrale Ausgangspunkt für Erkundungstouren am Überlinger Steilufer. MarkierteWanderwege führen steil empor zur Burgruine Hohenfels und weiter bis zum Haldenhof. Dort steht man an einem der großartigsten Aussichtspunkte am Bodensee. 300 Meter unterhalb liegt Sipplingen und der See. Am Horizont reihen sich berühmte Alpengipfel auf: Allgäuer Alpen, Silvretta und Rätikon, Säntis, Bündner und Glarner Alpen bilden eine fantastische Kulisse.

Vom Haldenhof sind es nur noch zwei Serpentinen zur einen kleinen Felskanzel hinauf. Am weiteren Wegverlauf entlang der senkrecht abfallenden Hangkante bis zur idyllischen Zimmerwiese sind weitere aussichtsreiche Felskanzeln. Weiter östlich hat sich ein Bach tief in die Molassefelsen gegraben und den wilden Hödinger Tobel geschaffen. Durch die tief eingeschnittene Schlucht verläuft ein spannender, mal direkt im Schluchtgrund führender, mal als kühn in die Felsen gehauener Weg zur Süßenmühle hinab. Im Oberen Teil des Tobels zweigt linker Hand ein in den Fels geschlagener Stufensteig nach Hödingen hinauf, der in seiner Fortsetzung als schmaler Pfad, unmittelbar an der Felskante entlang zur eindrucksvollenGletschermühle über Goldbach führt. Zwischen der Süßenmühle und Sipplingen steht etwas abseits des Weges, versteckt im Wald eine ausgesprochen eigenartige Felsgruppe. Die bizarren Sandsteinsäulen derChurfirsten sind in der Nacheiszeit durch Einwirkung von Regen und Wind entstanden.

Der Gipfelbereich des Sipplinger Berg ist gesperrt, denn auf seinem höchsten Punkt stehen die Pumpwerke und Aufbereitungsanlagen der Bodensee-Wasserversorgung, die von hier mehr als vier Millionen Menschen bis nach Stuttgart mit Trinkwasser versorgt. Aus dem See werden pro Sekunde rund 7.755 Liter Wasser aus einer Tiefe von 60 Metern entnommen und von der Süßenmühle auf den rund 300 Meter höheren Berg gepumpt. Wer sich einmal genauer darüber informieren möchte kann dies auf den regelmäßig Dienstags und Mittwochs statt findenden Führungen machen.