Nach dem dramatischen Erdrutsch im Frühling 2015 besteht derzeit laut Polizei noch immer akute Lebensgefahr im Gebiet um die bereits gesperrte Marienschlucht. Sie ist weder zu Fuß noch per Schiff erreichbar. Der Zutritt ist derzeit verboten. Einen Termin für die  Wiedereröffnung der Marienschlucht ist derzeit nicht absehbar.

Der romantischste Teil vom Bodensee

Die Marienschlucht ist eine Naturschönheit am Steilufer des Überlinger See. Zwischen Bodman und Wallhausen fällt das Ufer steil zu See hin ab. Hier hat sich ein Bach tief in den Grund eingegraben und die Marienschlucht geschaffen. Ein verschlungener Pfad führt, vorbei an der Ruine Kargegg, zwischen 30m hohen Felswänden zum See hinab. Unter den Holz-Treppen rauscht der kleine Bach. An seiner Mündung in den See, laden ein Kiosk, eine Feuerstelle, ein Badestrand sowie ein kleiner Steg zum Verweilen ein.

Zur Marienschlucht führen viele (Wander-)Wege entweder zu Fuß von Bodman (etwa 6km), von Wallhausen (etwa 4km) oder direkt vom Waldparkplatz nahe Allensbach-Langenrain, der sich am oberen Einstieg der Schlucht befindet.

Eleganter ist die Anreise mit dem Schiff, das in Wallhausen (inkl. Umsteigen), Bodman, Ludwigshafen,Sipplingen, Überlingen Kurs auf die Marienschlucht nimmt.

Die spannenste Form zur Marienschlucht zu gelangen ist zweifelsfrei ein Ausflug mit dem Kanu, das beispielsweise am Strandbad Wallhausen ausgeliehen werden kann. Von dort aus führt eine spannende Paddeltour direkt über den berühmt-berüchtigten Teufelstisch hinweg zur Marienschlucht.


 

Geschichte der Marienschlucht
Die Marienschlucht liegt auf der ehemaligen Sondergemarkung Kargegg und ist im Besitz des Grafen von und zu Bodman. Die Schlucht wurde 1897 begehbar gemacht. In dieser Zeit blühte in Bodman bereits der Fremdenverkehr. Freiherr Johann Franz von Bodman vermerkte damals in seinem Tagebuch: „Unsere schöne Gegend wurde durch eine weitere Merkwürdigkeit bereichert.“ Die Erschließung der Schlucht geschah, als sich dessen Sohn Othmar mit der Gräfin von Walderdorff verlobte. Die neu eröffnete Schlucht wurde nach dem Vornamen der Braut Maria-Schlucht benannt. Später hat sich der Name Marienschlucht eingebürgert.
Am Ausgang der Schlucht wurde gleichzeitig im Überlinger See ein Landesteg angebracht, so dass Dampfschiffe direkt vor der Schlucht anlegen konnten. Dieser Landeplatz wird seither von der Motorbootgesellschaft Bodman fahrplanmäßig angefahren. Bereits einige Jahre vor dem ersten Weltkrieg wurde am Eingang zur Schlucht eine Wirtschaft betrieben. Auch heute noch lädt im Sommer ein kleiner Kiosk die Wanderer und Ausflügler zur Rast ein.

Immer wieder wurden im Laufe der Jahre Renovierungsarbeiten notwendig. Bei starken Regenfällen wurden durch große Wassermassen, die Geröll und manchmal auch ganze Baumstämme mit sich führten, die Stege stark beschädigt. Unterstützt wurde die gräfliche Forstverwaltung oft vom Technischen Hilfswerk und von Soldaten aber auch von den umliegenden Gemeinden. Seit der großen Renovierung im Jahr 1978 kann die Marienschlucht auch von Kindern und älteren Leuten gefahrlos begangen werden. Die letzte Renovierung fand erst im Jahr 2000 statt. Offiziell eröffnet wurde sie im Mai 2001 durch Verkehrsminister Döring.

Im Jahr 1986 ließ Wilderich Graf von und zu Bodman durch den Radolfzeller Künstler Markus Daum am Schluchteingang von der Seeseite aus ein Marienrelief anfertigen und anbringen.

Die gräfliche Forstverwaltung führte bereits Zählungen durch. Dabei kam sie auf 150.000 Besucher pro Jahr. Damit zählt die malerisch gelegene Schlucht, die sich bis 100 m tief in das Molassegestein eingearbeitet hat, zu den beliebtesten Ausflugszielen auf dem Bodanrück.

Am Gründonnerstag 2005 haben schwere Unwetter die Treppen der Marienschlucht stark beschädigt. Am 20. und 21. April 2005 sind weitere Erdrutsche gefolgt, während in der Schlucht Forstarbeiter mit der Instandsetzung beschäftigt waren. Glücklicherweise sind keine Personen zu Schaden gekommen, doch sind nunmehr auch Teile des Zugangsweges unterhalb der Ruine Kargegg heruntergebrochen. Daher war die Marienschlucht während drei Jahren bis zum 9. Mai 2008 nicht begehbar.