Geschichtsträchtiges Städli am Zusammenfluss von Sitter und Thur

Die kleine Barockstadt Bischofszell im Thurgauer Weinland liegt in erhöhter Lage auf einer Geländeterrasse über der Mündung der Sitter in die Thur. An der Schnittstelle der beiden kirchlichen Machtzentren des Mittelalters, Konstanz und St. Gallen, gründete Bischof Salomo im 9. Jahrhundert eine erste klösterliche Anlage, um die nach und nach ein kleiner Ort wuchs. 1743 fiel die gesamte mittelalterliche Altstadt einer verheerenden Feuersbrunst zum Opfer, die praktisch keinen Stein auf dem anderen ließ.

So entstand das Bischofszell, wie es sich in seinem historischen Kern auch heute noch Besuchern präsentiert. Prächtig steht das Rathaus im Zentrum der barocken Altstadt, verziert mit goldglänzenden Rokokoverzierungen. Markante Herrschaftshäuser flankieren die Gassen und bilden ein auffälliges Pendant zu den Straßenzügen der Appenzeller Städtchen – kein Wunder, denn es waren mit den Gebrüder Grubenmann aus Teufen / Appenzell-Außerrhoden die gleichen Baumeister am Werk. Besonders die beiden Häuser “Zum Rosen- und Zum Weinstock“ zeigen noch immer die einstigen Reichtum der Bischofszeller Oberschicht. Sehr schön ist auch der Zeitglockenturm mit seiner Zwiebelhaube aus dem 13./14. Jh., der das befestigte Stadttor des Marktbezirkes bildet.

1987 erhielt Bischofszell eben wegen seines einmaligen Stadtbildes den Wakkerpreis des Schweizerischen Heimatschutzes. Sehenswert ist auch die von vielen Sagen und Legenden umwobene “Krumme Brücke“, die seit 1487 die Thur überspannt.

War es früher vor allem die Leinenproduktion, die am südlichen Bodensee weit verbreitet war, ist es heute die Lebensmittelindustrie, die Bischofszell prägt. Nördlich der Sitter haben sich ein in der Schweiz sehr bekannter Konservenhersteller und die Thurella AG, ein ebenso bekannter Hersteller für Obstsäfte und Apfelweine, angesiedelt. Letzterer bietet auch „schmackhafte“ Werksführungen.