Doppeltes Ferienvergnügen am Westende des Überlinger Sees

Bodman-Ludwigshafen liegt am westlichen Ende des Überlinger Sees. Bodman auf der Süd- und Ludwigshafen auf der Nordseite des langgestreckten, fjordartigen Seearm des Bodensees.Es wird angenommen, das Bodman der namensgebende Ort für den Bodensee ist, denn der kleine Ort war im Mittelalter weitaus bedeutender als heute. Erst alemannischer Herzogssitz, dann fränkische Königspfalz der Karolinger und später Münzstätte mit überregionaler Bedeutung war Bodman einer der wichtigsten Plätze am nördlichen Seeufer. Ludwig der Deutsche und vor allem Karl der Dicke waren bis zu seinem Tod bei Donaueschingen regelmäßige Besucher. Sein Grab ist im Marienmünster auf der Insel Reichenau.Im späten 13. Jahrhundert übernahmen die Herren von Bodman den Ort von den Habsburgern. Noch heute stehen die Ruinen der Burg Altbodman auf einem steilen Bergsporn des Bodanrücks und bietet eine prächtige Aussicht auf den See. Ursprünglich stand sie am gegenüberliegenden Frauenberg. Ein fataler Blitzschlag zerstörte die Burg jedoch im Jahr 1307 und tötete zahlreiche Mitglieder der Adelsfamilie und des Hegauer Adels. Nur der einjährige Johannes von Bodman, überlebte die Feuersbrunst, weil seine Amme ihn in einen großen Kessel aus dem Fenster warf, der in seinem Fall in Büschen hängen blieb. Er gilt als Erbauer der heutigen Ruine, die im Dreißigjährigen Krieg geschleift wurde. Anstelle der ersten Burg wurde das Kloster Frauenberg errichtet, das dem Kloster Salem unterstellt war und eine sehenswerte Wallfahrtskapelle zu bieten hat. Der schicksalhafte Kessel steht im Neuen Schloss, das die Familie seit 1760 bewohnt. Besichtigt werden kann aber nur der Schlosspark im Stil englischer Gärten.

Genau auf der anderen Seite des Sees liegt Ludwigshafen. 1145 als Sernatingen erstmals erwähnt, kauften es die Stadt Überlingen 1294 für 95 Mark. 1808 fiel der Ort an das königlich-württembergische Reich, wurde aber schon zwei Jahre später wieder Baden zugesprochen. Schon zu diesen Zeiten war Sernatingen Umschlagplatz, Verschiffungshafen und Zollgrenze für Waren zur Schweiz und nach Österreich. Davon zeugt noch heute das einstige Großherzoglich Badische Hauptzollamt direkt am Hafen. Davor steht an Ort und Stelle ein Kran aus dem 19. Jahrhundert. Nach dem Ausbau des Hafens im Jahr 1826 erhielt dieser zu Ehren von Großherzog Ludwig von Baden den Namen “Ludwigshafen”, der auf Wunsch der Bevölkerung auf den Ort übertragen wurde.

Seit 1973 sind Bodman und Ludwigshafen Doppelort. Verbunden sind beide Ortsteile mit dem Linienbus der SBG oder durch die Schiffsverbindung der Motorbootgesellschaft Bodman. Ludiwigshafen ist Station der Bodenseegürtelbahn. Wanderwege führen von Bodman über den Bodanrück zur Marienschlucht und von Ludwigshafen auf den Sipplinger Berg.