Bäder, Barock und Bier an der Quelle der Schussen

Bad Schussenried, bekannt als Kurstadt und Moorheilbad, liegt am Ufer der noch ganz jungen Schussen, auf halbem Weg zwischen Donau und Bodensee. Die kleine Stadt wirkt geprägt von den mächtigen Mauern des Klosters, einer einstigen Reichsabtei, überragt vom Turm der ehemaligen Klosterkirche St. Magnus.Der barocke Bibliothekssaal ist das Schaustück des der Klostergebäude und eine der Hauptsehenswürdigkeiten an der Oberschwäbischen Barockstraße. Der erstaunlich lichtdurchflutete, zweigeschossige Saal ist rundum von geschlossenen Bücherschränken umgeben, deren Ausstattung zu den reichsten und ausführlichsten im 18. Jahrhundert im deutschsprachigen Raum zählt. Bemerkenswert ist auch das Deckenfresko, von Franz Georg Hermann aus dem Jahr 1757. Es zeigt das Wirken der göttlichen Weisheit in Apokalypse, Wissenschaft, Bildender Kunst und Technik. Die wohl bedeutensden Plastiken der Bibliothek sind acht Gruppen von kirchlichen Irrlehrern, denen jeweils Kirchenlehrer in gleicher Zahl gegenüberstehen.Neben Barock und Bädern spielt ein weiteres großes „B“ im Schussenrieder Konzert mit. Ein kleine Bierbrauerei gibt es fast in jedem größeren obersdchwäbischen Ort. Weithin bekannt ist aber vor allem die Schussenrieder Brauerei, deren Werkshallen sich mittlerweile in einen Freizeitpark verwandelt haben und in dessen lauschigem Biergarten „auch“ frisch gezapftes Bier genossen werden kann. Daneben gibt es zur obligatorischen und empfehlenswerten Erlebnisgastronomie auch eine Erlebniswelt mit der größten Bergkristallstufe der Welt und das Bierkrugmuseum zu bestaunen – erstaunlich ist die Formenvielfalt für ein eigentlich einfaches Trinkgefäß.Das sich die barocke Pracht Oberschwabens nicht nur auf die größeren Städte konzentriert, zeigt sich am Beispiel der ‚Dorfkirche’ von Steinhausen (s. Bild ). Ganz im Gegenteil überrascht so manche Sehenswürdigkeit schon durch ihre Lage. So wirkt die wohl schönste (und wohl auch größte?) Dorfkirche der Welt in ihren Ausmaßen völlig deplaziert und sitzt eher einer Glucke gleich in ihrem Nest aus kleinen verstreuten Bauernhäusern. Wie auch das Kloster, war und ist Steinhausen letzthin auch wieder vermehrt Ziel von Pilgern auf dem Fränkisch-Schwäbischen Jakobsweg zwischen Ulm und Konstanz.