Prachtschlösser zwischen blühenden Rapsfeldern, Apfelbäumen und Waldbergen

Sieht man von Salem und Heiligenberg einmal ab, dann schlummert der Linzgau weitestgehend vor sich hin. Das ist so auch in Ordnung, denn gerade auch dieser Umstand macht die Landschaft nördlich des Bodensees so charmant und liebenswert.

Wogende Kornfelder, leuchtend gelbe Rapsfelder und bienenumsummte Streuobstwiesen wechseln sich angenehme unspektakulär mit bewaldeten Hügeln ab. Dazwischen verstecken sich kleine Ortschaften und hübsche Städtchen wie Markdorf zu Füßen des Gehrenbergs [siehe dort] oder eben die beiden touristischen Anziehungspunkte Schloss Salem und Schloss Heiligenberg.

Letzteres liegt streng genommen bereits im Oberen Linzgau, gute 400 Höhenmeter höher als der Untere Linzgau, hart an der Abbruchkante einer eiszeitlichen Gletschermoräne. Kein Wunder also, dass Heiligenberg schon wegen seiner exponierten Lagen gerne besucht wird. Dem außergewöhnlichen Panoramablick auf den Bodensee zwischen Meersburg, Friedrichshafen und Lindau, sowie zu den Bergen der Schweizer Alpen und des Bregenzerwaldes hat der Luftkurort den Beinamen “Aussichtsterrasse des Bodensees” zu verdanken. Besonders im Sommer ist Heiligenberg wegen seiner Höhenlage von rund 800 Metern gern besucht, bietet es doch eine wohltuende Abkühlung gegenüber den oftmals schwülwarmen Uferregionen. In schneereichen Wintern gibt es neben einem kleinen Schlepplift sogar einen recht passabeln Loipenparcours.

Schaustück des Ortes ist natürlich das fürstenbergische Schloss. Rittersaal, Schlosskapelle und Gruft des Renaissancebaus können besichtigt werden.  Der Rittersaal entstand in den Jahren zwischen 1580 bis 1584 und gilt als einer der prächtigsten Festsäle im Land, dessen reich geschnitzte Kassettendecke und prächtige Kamine die Prunkstücke des Schlosses sind. Die sich über drei Geschosse erstreckende Schlosskapelle  besitzt Glasfenster aus dem 14. Jahrhundert, die aus der Dominikanerkirche in Konstanz stammen.

In Frickingen finden Interessierte das kleine Bodensee-Obstmuseum. Gar nicht weit davon entfernt öffnet sich auf halben Weg nach Owingen der Aachtobel, in dem der kleine Seitenfluss des Bodensees eindrucksvolle Mäander unter steilen Waldhängen ausbildet. In einer tiefen Grotte in den Molassefelsen am Schluchtausgang steht die Wallfahrtskirche Maria im Stein, errichtet aus Dank für eine glückliche Rückkehr von den Kreuzzügen.

Schon von weitem ist der weißegetünchte Aussichtsturm von Hohenbodman zu sehen. Von seiner Spitze unter dem leuchtendrotem Ziegeldach bietet sich ein weiter Blick über den Linzgau und bis vor die Tore von Überlingen.