Die Fasnachtsmetropole im Östlichen Hegau – gefürchtet und heißgeliebt für ihr Narrengericht

Stockach ist weithin bekannt für das Stockacher Narrengericht, ein närrischer Brauch, bei dem Personen aus Politik stets am “Schmotzige Dunschtig” nach dem Narrenbaumsetzten schonungslos dem Spott der Anwesenden ausgesetzt werden. Seinen Ursprung hat der Brauch des “Hohen Grobgünstigen Narrengerichts” in Schlacht am Morgarten im Jahr 1315. Der Unabhängigkeitskampf der Schweizer Eidgenossenschaft gegen die (Österreischischen) Habsburgern begründete neben der Unabhängigkeit der Schweiz also “auch” das Stockacher Narrengericht.
Der Legende nach war es Kuony von Stocken, Stockacher und Hofnarr des österreichischen Herzogs Leopold I. der ihn vor der Niederlage gewarnt hatte und sich als Ratgeber einen Wunsch erfüllen ließ – das Privileg in seiner Heimatstadt alljährlich ein Narrengericht abhalten zu dürfen. Bis heute spielt die Figur des Hans Kuony nicht nur in der Stochacher Fasnet eine zentrale Rolle. Nachlesen kann man seinen weisen Rat an den Herzog von Österreich am Narrenbrunnen in der Altstadt.Ende Juni wird am „Schweizer Feiertag“ dem erfolgreichen Widerstand gegen die schweizerisch Belagerung während des Schwabenkrieges (1499) gedacht und mit einem farbenfrohen Straßenfest gefeiert.

Von der schönen Stockacher Altstadt, mit der das Bild beherschenden Kirche St. Oswald führen reizvolle Wanderwege in die Umgebung. Etwa der Quellenerlebnisweg zu Bächen, Quellen und Teichen rund um die Stadt oder ein kurzer Spaziergang zu den mystischen Heidenhöhlen. An klaren Tagen lohnt sich ein Aufstieg zu den Resten der einst stolzen Nellenburg, dem einstigen Machtzentrum der Landgrafschaft Nellenburg. Viel zu sehen gibt es nicht mehr, dafür ist die Aussicht auf den Hegau und die Alpen umso schöner.