Die Erkerstadt am Rheinfall

Wer von Konstanz oder Stein am Rhein mit den Schiffen der Weißen Flotte über den Rhein nach Schaffhausen anreist, landet am Freier Platz. Direkt über dem Platz mit seinen prächtigen Häuserfronten auf der Nordseite thront die Festung Munot, das Wahreichen von Schaffhausen. So mächtig und wehrhaft die Festungsanlage auch aussieht, so war sie zum Zeitpunkt ihrer Entstehung schon wieder veraltet und wurde nie richtig militärisch genutzt. Angeblich basiert ihr Grundriss auf Plänen von Albrecht Dürer.

In der Altstadt der 35.000 Einwohner zählenden Kantonshauptstadt fallen besonders entlang der beiden zentralen Strassenachsen von Vordergasse und Vorstadt die vielen schönen Bürgerhäuser mit ihren prächtigen Erkern auf.  Insgesamt soll es in den romantischen Gassen der Fußgängerzone 171 Erker geben – viel Spaß beim nachzählen! Schöne Gasthöfe und Straßencafés findet man vor allem rund um die Kirche St. Johann und am Fronwagplatz, dem Ausgangspunkt der beiden vorgenannten Straßenzüge. Aus den Anfängen der Stadt stammt das romanische Münster des Klosters Allerheiligen von 1150. In dessen Räumen ist ein bedeutendes Museum zur Vorgeschichte, Kunst und Naturgeschichte untergebracht. Ein besonderes Flair umgibt den dazugehörigen Kreuzgang. Die dort aufgestellte Glocke inspirierte Schiller zu seinem berühmten “Lied von der Glocke”. Die Hallen für Neue Kunst, direkt am Rheinufer beherbergen eine der weltweit angesehensten Sammlungen Moderner Kunst.

Seine Stellung als Handelsmetropole hat Schaffhausen dem Rheinfall zu verdanken. Weil hier die Flussschifffahrt jäh unterbrochen ist, mussten Waren und Passagiere in Schaffhausen auf Wagen und Pferde ausweichen und um den Wasserfall herum transportiert werden. Bis heute ist Schaffhausen eine beliebte Einkaufsstadt weit über die Grenzen von Kanton und Bund hinaus. Der Einzugsbereich der Stadt reicht bis in den südlichen Schwarzwald, zum westlichen Bodensee und ins Schweizer Weinland hinein.