Rheinabwärts von Stein am Rhein bis zum Rheinfall

Wo der Rhein in Stein am Rhein den Untersee verlässt, beginnt der Hochrhein. Über Schaffhausen, Waldshut, Laufenburg und Bad Säckingen fließt er bis Basel, wo er am Rheinknie aus seiner strickten Ost-West-Richtung mit einem 90°-Knick gen Norden fließt.Die Landschaft lässt sich sehr schön auf einer gemütlichen Schifffahrt mit den Schiffen der Urh (Schifffahrt Untersee und Rhein) ab Stein am Rhein nach Schaffhausen erleben. Wer etwas Sport treiben will, nutzt einen der beiden den Fluss begleitenden Radwege zwischen beiden Städten. Für welche Seite man sich dabei entscheidet ist nicht wichtig, schön sind beide und zahlreiche Möglichkeiten zum Seitenwechsel erleichtern (oder erschweren) die Wahl.Gailingen und Diessenhofen liegen vis-à-vis nördlich und südlich des Rheins verbunden durch eine gedeckte historische Holzbrücke. Was nördlich des Rheins Deutschland und was Schweiz ist, lässt sich zwischen Stein am Rhein und Schaffhausen nie so genau sagen und lüftet sich meist erst mit einem Blick auf die Karte. Gailingen ist (fast) rundherum von Schweizer Territorium umgeben. Einzig die Zufahrt von Norden von Randegg über den Rauhenberg ist frei von Zollformalitäten. Direkt am Rheinufer steht nahe dem Ortsteil Obergailingen die kleine Nikolaus-Kapelle aus dem 12. Jahrhundert. Ebenfalls einen Abstecher wert ist der jüdische Friedhof aus dem 18. Jahrhundert unweit der Schmieder-Kliniken am Rauhenberg. Darüber steht auf den Resten des Bürgli-Schlosses ein Aussichtsturm mit weitem Blick ins Weinland und bis nach Winterthur .

Diessenhofen, südlich, also auf Schweizer Rheinseite zeigt sich bis heute in seiner ursprünglichen, mittelalterlichen Struktur. Im Herzen des Altstädtchens steht der Siegelturm, in dem Siegel und Urkunden seit dem Mittelalter aufbewahrt werden. Der Torturm wird geschmückt von einer großen Monduhr mit den astronomischen Symbolen für die zwölf Tierkreiszeichen auf dem Zifferblatt. In der einstigen Burg Unterhof, am Anleger der Schiffahrtsgesellschafte ist heute ein Seminarhotel beheimatet. Schön ist ein Spaziergang durch die Uferanlagen bis zum nahen Dominikanerinnenkloster St. Katarinental. Der Innenraum der Klosterkirche gehört zu den schönster Raumschöpfungen des späten Barocks in der Schweiz.

Noch ein Stück weiter rheinabwärts steht ebenfalls auf Schweizer Seite das herrlich gelegene ehemalige Klarissenkloster Paradies mit einer weitläufigen Klosteranlage, Kirche und aktivem Gutsbetrieb. Besonders schön ist das Torhaus in typischer Riegelbauweise aus dem 13. Jahrhundert.

Direkt gegenüber liegt die deutsche Exklave Büsingen. Zum Landkreis Konstanz gehörend, ist es jedoch gänzlich von den Schweizer Kantonen Schaffhausen, Thurgau und Zürich umschlossen. Diesem Umstand ist es zu verdanken, das für die kleine Gemeinde eine Reihe Sonderregelungen gelten. So ist Büsingen, obwohl deutsch, nicht zum Zollgebiet der Europäischen Union, sondern zum Schweizer Zollgebiet. Die amtliche Währung ist zwar der Euro, die gebräuchliche aber der Franken. Es gibt zwischen Büsingen und der Schweiz keinen kontrollierten Grenzübergang, wer. Wer jedoch von Deutschland anreist, muss deutsche und Schweizer Zollschranken passieren. In Büsingen gibt es die einzige Schweizer Poststelle außerhalb der Schweiz, ergo sind beide Marken gültig. Und last but not least hat Büsingen sogar ein eigenes Autokennzeichen (BÜS), das den Zollbeamten das „ausfiltern“ erleichtern soll, usw …

Sein furioses Ende in der Bodenseeregion findet der Hochrhein nach dem passieren der Stadt Schaffhausen am Rheinfall .