Naturschutzgebiet und Vogelschutzreservat von internationaler Bedeutung

Als Wollmatinger Ried wird der unter strengem Naturschutz gestellte Schilf- und Feuchtwiesengürtel bezeichnet, der sich von der Mündung des Seerheins am Stadtrand von Konstanz über den Damm der Insel Reichenau bis vor Hegne zieht. Auf mehr als 750 ha bietet sich zahlreichen Tier- und Pflanzenarten ein sicherer Lebensraum. Praktisch ohne künstliche Eingriffe, einzig die Wiesen werden gemäht, konnten sich so besonders in den Flachwasser- und Röhrichtzonen Vögel (vor allem Entenarten und Schwäne) und Pflanzen wie die Sibirische Schwertlilie, Orchideen und sogar Enzianarten ansiedeln, die andernorts nur noch selten zu sehen sind. Gerade für diese pflanzliche Artenvielfalt ist die seit Jahrhunderten durchgeführte winterliche Mahd wichtig, denn sie schützt die weiten Wiesenflächen vor Verwuchs.

Schon seit 1930 steht das Naturschutzgebiet „Wollmatinger Ried–Untersee–Gnadensee“ unter staatlichem Schutz und ist seit den 70-er Jahren zudem als Europareservat eingestuft,  nicht zuletzt auch weil dort rund 300 Vogelarten zu beobachten sind: Im Herbst und Winter nutzen gar bis zu 50.000 Zugvögel die Riedlandschaft am Untersee als Rast- und Überwinterungsgebiet.


Im Bahnhof Reichenau ist ein Naturschutzzentrum des NABU eingerichtet, das eine umfangreiche Ausstellung zum Wollmatinger Ried präsentiert. Jeden ersten und dritten Sonntag im Monat, jeweils um 8.30 Uhr, wird eine Riedführung angeboten. www.nabu-wollmatingerried.de

Eine Aussichtsplattform auf der Burgruine Schopflen am Reichenauer Damm (kein Parkplatz! – Parken nur am Dammbeginn auf dem Festland oder vor der Reichenauer Brücke) bietet eine guten Überblick auf den östlichen Abschnitt. Der Abschnitt am Gnadensee lässt sich gut von der Straßenbrücke über die Bahnlinie einsehen. Riedbegehungen abseits öffentlicher Wege sind verboten.