Groppenfastnacht, französischer Hochadel und eine beindruckende Schlösser- und Burgenlandschaft

Alte Fischerhäuser mit schönem Fachwerk bilden die Front von Ermatingen zum See hin, aber auch im Dorf selbst findet man noch viele schöne Beispiele der Ostschweizer Zimmermannskunst. In Ermatingen steht mit dem Hotel Adler eines der ältesten Gasthäuser der Schweiz. Schon der Französische Kaiser Napoleon III. hat hier genächtigt. Eine weitere Besonderheit des kleinen Ortes ist der im dreijährigen Turnus stattfindende Umzug zur Groppenfasnacht. Drei Wochen vor Ostern, also mitten in der Fastenzeit wenn das bunte Narrentreiben anderswo längst abgeklungen ist, erlebt Ermatingen mit dem großen Groppenumzug seinen Höhepunkt.Mehr als 20.000 Narren und Schaulustige wohnen dem einzigartigen Fischer-, Frühlings- und Fasnachtsumzug bei. Namensgebend ist die Groppe, ein kleiner Fisch, der heute kaum mehr vorkommt. Aber es ist keine 100 Jahre her, dass die Groppen mit Schleppnetzen zu Tausenden aus dem See gezogen wurden. Entstanden sei diese spezielle Fasnacht im Zusammenhang mit dem Konstanzer Konzil . Der damalige Gegenpapst Johannes XXIII floh am 20. März 1415 als Botenreiter verkleidet und kam so nach Ermatingen. Dort hat ihn der Pfarrer Unterschlupf gewährt und mit Wein, Brot und gebackenen Groppen bewirtet. Darauf hin soll Johannes XXIII. den Ermatingern zum Dank erlaubt haben, nach dreiwöchigem Fasten nochmals einen Festschmaus zu feiern.Das Thurgauer Seeufer ist von Schlössern und Burgen geradezu übersäht. Bauwerke findet man in Gottlieben, über Tägerwilen stehen die pittoresken Türme von Schloss Castel, zu dessen Füßen auf der Freilichtbühne von Schloss Girsberg alljährlich sehenswerte Theatervorführungen stattfinden. Hoch über Ermatingen erhebt sich stolz Schloss Wolfsberg. Salenstein selbst hat neben Schloss Arenenberg mit dem Napoleonmuseum noch zwei weitere Schlösser. Ein Stück rechts oberhalb erkennt man die Dächer von Schloss Salenstein, während sich das abseits gelegen Gut Eugensberg gut geschützt hinter hohen Hecken und Zäunen versteckt und heute im Besitz der Winterthurer Fabrikantenfamilie Erb. Ganz in der Nähe stehen auf einem steilen Bergsporn über Berlingen die kümmerlichen Reste der Burg Sandegg.