Rappenlochklamm, Alploch und Kirchle

Abenteuerausflug in das gewaltigste Schluchtensystem der Ostalpen

Für einen Spaziergang in das Schluchtensystem der Dornbirner Ache empfiehlt es sich den Wagen in Dornbirn-Gütle zu parken oder gleich mit dem Linienbus anzureisen. Es bieten sich auch längere Wanderungen von der Bergstation der Karrenbahn oder von Ebnit aus an. Start im Tal ist auf jeden Fall am im Jahr 1900 angelegten Park zwischen den Gebäuden der aufgelassenen Spinnerei (dem heutigen Rolls-Royce-Museum) und demGasthof Gütle, wo sich schon Kaiser Franz Josef anlässlich der Inbetriebnahme des ersten KuK-Telefons am Tisch niederließ.

Entlang mächtiger Druckrohrleitungen für die Turbinen der einstigen Spinnerei geht es zum Eingang derRappenlochklamm. Dann geht es über steile Leitern und schmale Stege hinein in den Höllenschlund. Nur ab und zu blitzt Tageslicht in den dunklen Schluchtgrund, unter den Füßen rauscht das Wasser, es ist kalt und feucht – atemberaubend und beklemmend zugleich – ein Naturerlebnis der besonderen Art. Dann wird es wieder hell und freundlich am Weiterweg zum kleinen Stausee Ebensand. Hier zweigt der Weg zur Bergstation der Karrenbahn ab. Im hübschen Kraftwerkhaus zeigt ein Schauraum die beiden Wasserturbinen aus den Jahren 1897 und 1953. Am anderen Ende des milchig grünen Sees wartet dann das Alploch auf alljen, die noch nicht genug haben. Wieder geht es auf verwegenen Stegen über dem wild schäumenden Fluss entlang, bis der Weg aus der engen Klamm hinaus führt und zur Straße von Dornbirn nach Ebnit ansteigt (Bushaltestelle!).

In einer guten halben Stunde ist die dritte Klamm, das “Kirchle” von hier erreicht. Ein Treppenweg führt über Wurzeln und Stufen bergan zur lange trocken gefallen Schlucht. Für einmal lassen sich riesige Strudellöcherund glattpolierte Felswände aus nächster Nähe betrachten, wo einst die Dornbirner Ache floss. Wieder „im Freien“ geht es zur Amman-Brücke über die nicht begehbare Schlucht der Kobel Ache und auf Forststraßen an ihr entlang wieder zurück ins Gütle.