Aktives Klosterleben im Herzen des Naturparks Obere Donau

Zu Füßen hoch aufragender Felswände, umgeben von Wiesen und Feldern liegt die Benediktiner-Erzabtei St. Martin zu Beuron fotogen in einer weiten Flussschleife, mitten im Herzen des Naturparks Obere Donau.

Mit der Säkularisation fiel das Vorgängerkloster der heutigen Erzabtei 1802 an das Fürstentum Hohenzollern-Sigmaringen. Rund 60 Jahre später waren es die Brüder Maurus und Placidus Wolter, diedann das klösterliche Leben neu erweckten. 1868 zur Abtei erhoben, mussten die Mönche von 1875 bis 1887 im Zuge des Kulturkampfes zwischen Papst Pius IX. und dem kaiserlichen Deutschen Reich unter Reichskanzler Otto von Bismarck erneut die Gebäude räumen. In dieser Zeit gründeten die Vertriebenen erste Klöster im Ausland, so 1876 Erdington bei Birmingham, 1880 Emaus in Prag und 1883 Seckau in der Steiermark, die zur Beuroner Benediktiner-Kongregation zusammengefasst wurden. Bis heute gehören der Verbindung 10 Männer- und 10 Frauenklöster in ganz Europa an, darunter auch die Abteien St. Martinus in Weingarten und St. Ehrentraud in Kellenried bei Ravensburg.

Beuron hatte auch bedeutenden Einfluss auf die religiöse Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts. Um die katholisch-kirchliche Kunst zu erneuern, orientierte sich die Beuroner Kunstschule vor allem an frühchristlichen, ägyptischen und byzantinischen Vorbildern. Eines der Hauptwerke ist die nahegelegen St.-Maurus-Kapelle, aber auch die Ausmalung des Klosters Monte Cassino bei Rom. In den Mauern der Erzabtei ist die größte Klosterbibliothek Deutschlands mit über 400.000 Werken eingerichtet, deren Schwerpunkte in der Theologie, der Geschichte des Benediktinerordens und der Kunstgeschichte des Mittelalters liegen.


Die Klosterkirche ist ganzjährig von 5.00 – 20.00 Uhr geöffnet und kann außerhalb der Gottesdienstzeiten besichtigt werden. Das Kloster selbst kann nicht besichtigt werden, wohl aber die Klosterläden mit Metzgerei, Brennerei und Buchladen.