Geschichten von Römern und Störchen an Donau und Ablach

Mengen ist eine der ältesten Städte zwischen Schwäbischer Alb, Donau, Oberschwaben und Bodensee. Bereits in der Hallstadtzeit, also noch lange vor den Römern, war die Region besiedelt, wenngleich auch nur nomadisch. Die ersten festen Bebauungen entstanden um Christi Geburt durch römische Legionen auf dem Hügel über dem Ortsteil Ennetach.Zur Sicherung der Handelsroute Mittemeer – Bodensee – Donau waren dort Soldaten in einem Kastell stationiert, das rund 200 Jahre besetzt war. Um 400 vertrieben einfallende Alemannen die letzten Bewohner der bis dato längst aufgegebene Grenzfestigung und gründeten dort weitere Siedlungen. Im weiteren Verlauf der Geschichte fiel Mengen um 800 dem Stift Buchau zu. 1170 hält Kaiser Barbarossa in der Stadt einen Hoftag ab, ehe Mengen 1276 Stadtrecht erhielt und sich vom einstigen Standort nun südlich der Ablach ausbreitete.Bis heute hat sich ‚das neue’ Mengen zu einem bedeutenden Verkehrsknotenpunkt von zwei Bundesstraßen und drei Eisenbahnlinien entwickelt. Zwei Kirchen aus dem 13. Jahrhundert überragen die kleine in weiten Teilen noch von der Stadtmauer eingefasste Fachwerkstadt, die auch eine stattliche Kolonie Störche zu ihren Einwohnern zählt. Die Verbundenheit der Mengener zu den schwarz-weißen Vögeln zeigt sich überall im Stadtbild, ob als übergroße Plastik an der Hauptstraße oder Brunnenzierde, an Hauswänden und während der ‘Fasnet’ … und natürlich auch in natura auf Giebeln und Dächern.

Das Römermuseum Mengen-Ennetach wurde 2001 eröffnet. Gezeigt werden Funde aus dem in Ennetach ansässigen Kastell und der späteren Siedlung. Exponate aus der Bronzezeit ergänzen die Sammlung und schlagen eine Brücke zur nicht weit entfernten Heuneburg. Ein archäologischer Wanderweg führt zu den Fundstellen des römischen Kastells und eines römischen Bades.