Zeitreise zurück in die Eiszeit

Der Eiszeitpark Engen liegt eingebettet ins kleine Brudertal, rund 2.5 km östlich von Engen. Das ungewöhnlich von Ost nach West verlaufende Tal entstand während einer Kältephase der letzten Eiszeit vor etwa 22.000 Jahren, als sich ein gewaltiger Schmelzwasserstrom quer vor den vorrückenden Eismassen der Alpen in die weichen Jura-Schichten eingrub. Dabei wurden alte Höhlensysteme in jurassischen Korallenriffen angeschnitten, wie Petershöhle und Gnirshöhle.

Beide Höhlen wurden von Eiszeitmenschen der Magdalénienzeit, vor 16.000 bis 13.000 Jahren, immer wieder als Jagd- und Lagerplatz genutzt. Das ist auch der thematische Schwerpunkt des Eiszeitparks Engen. Es wird versucht die damaligen Lebensverhältnisse möglichst originalgetreu zu rekonstruieren. Hanglagen des Brudertals wurden abgeholzt, und systematisch mit eiszeitlichen Gewächsen bepflanzt. Silberwurz, Küchenschelle, Preisel-, Moos- und Heidelbeere, Wacholder, Sanddorn und Weide spielten bei der Ernährung und medizinischen Versorgung der Eiszeitmenschen eine wichtige Rolle.

Verschiedenen Schautafeln erläutern Beutetiere und Jagdtechniken, weitere Nutzpflanzen oder Wissenswertes über die Herstellung von Kleidung und Werkzeugen. Zu verdanken ist der Eiszeitpark Engen, archäologische Grabungen in den 20er Jahren (durch Eduard Peters) und 70er Jahren des letzten Jahrhunderts. Im Brudertal wurden alleine mehr als 2.000 Nähnadeln aus Knochen gefunden. Berühmt geworden ist der kleine Petersfels allerdings durch die “Venus vom Petersfels“, und anderen Schmuckanhängern aus Stein oder Knochen die oftmals stilisierte Frauenfiguren zeigten. Wer sich ein noch genaueres Bild verschaffen will, besucht das Städtische Museum im ehemaligen Kloster St. Wolfgang.


Der Eiszeitpark und die Petershöhle sind ganzjährig frei zugänglich. Die verschlossene Gnirshöhle kann von April bis September auf Führungen besichtigt werden. Anmeldungen und Informationen beim Kulturamt Engen (Tel: +49 (0)7733/502211).